Bitcoin & Co. vor einem Crash? Weitere US-Bankenkrise könnte die Kryptobranche bedrohen

Redaktion finanzen.net

13.02.2024 22:17

Wit Olszewski / Shutterstock.com

Verschiedene Faktoren deuten darauf hin, dass den USA eine weitere Bankenkrise droht. Das könnte auch den Kryptomarkt nach unten ziehen, fürchtet BitMEX-Mitgründer Arthur Hayes. Der Experte erwartet daher für den Bitcoin eine 20- bis 30-prozentige Korrektur.

• USA droht weitere Bankenkrise
• Kryptomarkt dürfte mit in die Tiefe gerissen werden
• BitMEX-Mitgründer Arthur Hayes mit bärischer Prognose

Vor nicht einmal einem Jahr kam es zu einer Bankenkrise in den USA. Nun besteht offenbar erneut die Gefahr eines Kollapses bei kleinen und mittleren Geldinstituten.

Erneute Bankenkrise voraus?

Die Aktien diverser US-Banken befinden sich bereits im Abwärtstrend. So geriet zuletzt insbesondere die New York Community Bancorp (NYCB) mit einem enormen Kursverfall in den Fokus der Marktteilnehmer: Die NYCB-Aktie brach an der NYSE zeitweise um über 46 Prozent ein. Seit Jahresbeginn steht ein Abschlag von rund 52 Prozent auf zuletzt 4,89 US-Dollar an der Kurstafel (Stand: Schlusskurs vom 12.02.2024). Anfang Februar hatte die New York Community Bancorp einen Millionenverlust verkündet. Die Rating-Agentur Moody’s stufte die Kreditwürdigkeit der Bank daraufhin um zwei Stufen herab auf "Ba2", was bedeutet, dass die Gefahr besteht, dass Zinsen und Tilgung nicht mehr gestemmt werden können, man spricht dabei auch von "Ramschstatus". Auch Fitch reagierte mit einer Abstufung von zuvor "BBB" auf nun "BBB-".

Verschiedene Vorboten

Diese Entwicklungen lassen Erinnerungen an den Zusammenbruch der US-Regionalbanken im vergangenen Jahr wach werden. Damals hatte die NYCB noch als Rettungsanker fungiert und Vermögenswerte der Signature Bank, die in Schieflage geraten war, übernommen. Ein Drittel der Einlagen der NYCB nun sei allerdings unversichert, bemängeln die Experten von Moody’s. "Die Bank könnte einem erheblichen Finanzierungs- und Liquiditätsdruck ausgesetzt sein, wenn das Vertrauen der Einleger verloren geht", zitiert CNN.

Ein weiterer Hinweis darauf, dass eine erneute Bankenkrise bevorstehen könnte, sei der KBW Regional Banking Index, der jüngst den größten Rückgang seit dem Zusammenbruch der Signature Bank im letzten Jahr verzeichnet habe, wie BeInCrypto berichtet. Die Sorgen um die Gesundheit regionaler Banken mehren sich. Die Entscheidung der Fed, die Zinsen weiterhin hoch zu halten, schürt zusätzliche Angst.

Bankenkrise dürfte Kryptomarkt mit sich reißen

Eine erneute Bankenkrise würde auch deutliche Auswirkungen auf die Krypto-Branche haben, ist sich Arthur Hayes, Mitbegründer der Kryptobörse BitMEX, sicher. Er blickt besorgt auf die Entwicklungen und sieht auch die Erneuerung des Bank Term Fundin Program (BTFP) skeptisch. "Alle Vermögenswerte, einschließlich Kryptowährungen, werden zusammenfallen. Schließlich hyperventilieren Marktteilnehmer:innen bei der Aussicht, dass der freie Markt wieder funktioniert und das System von insolventen Bankinstituten säubert", zitiert BeInCrypto den Krypto-Experten. Das BTFP wurde ursprünglich während der Bankenkrise 2023 ins Leben gerufen und sollte die Stabilität des Bankensystems gewährleisten sowie die Wirtschaft unterstützen. Berechtigte Banken konnten Staatsanleihen bei der Fed als Sicherheit für Cash hinterlegen, zum vollen Nennwert der Anleihen. Bei einem Bank Run sollten alle besorgten Einleger so bedient werden können. Nun wird die Fed das Programm allerdings zum 11. März einstellen, wie sie kürzlich verkündete. Dies könnte Hayes zufolge enorme Schwierigkeiten für Banken, die noch immer unter Finanzierungsproblemen leiden, mit sich bringen.

Krypto-Experte erwartet Korrektur bei Bitcoin & Co.

Die Bankenkrise dürfte damit letztlich auch den Kryptomarkt mit nach unten ziehen, fürchtet Hayes. Er erwartet demnach eine merkliche Korrektur: "Ich gehe davon aus, dass Bitcoin eine gesunde Korrektur von 20 bis 30 Prozent gegenüber dem Niveau erfahren wird, das er bis Anfang März erreicht hat", zitiert cryptonews Hayes. Seine bärische Prognose für den Bitcoin daher: ein Kurs von 30.000 bis 35.000 US-Dollar, ausgehend vom aktuellen Niveau bei etwa 50.074 US-Dollar (Stand: 12.02.2024).

Langfristig gibt sich Hayes dennoch weiterhin optimistisch. Ähnlich wie bei der Bankenkrise im vergangenen Jahr dürfte der Bitcoin dem Experten zufolge auch nach einer erneuten Krise einen merklichen Aufstieg erfahren. Denn die US-Banken dürften erneut eine massive Rettungsaktion benötigen, die Fed und das Finanzministerium dürften dem Markt wieder enorme Geldmengen zuführen. Das wiederum dürfte den Bitcoin-Preis dann in die Höhe treiben, gibt cryptonews Hayes' Einschätzung wieder.

Auf lange Sicht sieht Hayes den Bitcoin-Kurs daher bei einer Million US-Dollar.

Redaktion finanzen.net