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Das deutsche Krypto-Universum: Erstmals rückläufige Gründungen und Marktaustrittsrekord – eine PwC Studie

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06.12.2023 15:25

Bitcoin Symbol auf blauem Hintergrund

Wie steht es um das deutsche Krypto-Ökosystem? PwC bietet mit einer belastbaren Studie erneut einen Blick hinter die Kulissen. Startup-Zahlen, Finanzierungsdaten und Sentiment zeichnen ein eindeutiges Bild der Lage.

Dass das Sentiment in der Krypto-Branche aktuell nicht besonders positiv ist, ist klar. Dass das nicht nur irgendein Gefühl in der Branche ist, zeigen insbesondere die Online-Suchanfragen für „Bitcoin“, die nach einem starken Anstieg im Dezember 2017 und Januar 2021 erneut um mehr als drei Viertel eingebrochen sind. 

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Ähnlich sieht es auch bei den Online-Suchanfragen für den Begriff „NFT“ aus: Diese schossen im Januar 2022 nach einem lokalen Hoch im März 2021 dramatisch in die Höhe. Aktuell haben diese sich mehr als gezehntelt und auch im direkten Vergleich mit den Suchanfragen für „Bitcoin“ zeigt sich, dass NFTs noch ein absolutes Nischenprodukt sind.

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Die positiven Nachrichten: Trotz der Einbrüche nach den großen Hype-Phasen hielten sich die Suchanfragen sowohl für „Bitcoin“ als auch für „NFT“ konstant über den jeweils vorigen Leveln. Dazu kommt auch, dass der Suchbegriff „Bitcoin“ auf immerhin 25% des Traffics des Suchbegriffs „Aktie“ kommt – Bitcoin ist im Mainstream angekommen.

Deutschlands Krypto-Startups: 133 noch aktiv

Aber wie steht es um die Startup-Szene? Seit 2013 wurden in Deutschland insgesamt 178 Krypto-Startups gegründet, von denen 133 bzw. 75% noch aktiv sind. Fünf dieser Startups wurden von anderen übernommen – somit sind 40 bzw. 22% wieder aus dem Markt ausgeschieden. 12 von diesen Austritten ereigneten sich 2022 – vier Austritte mehr als noch im Jahr zuvor und ein neuer Höhepunkt für den Markt.

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„Das deutsche Krypto-Universum ist noch relativ jung“, erklärt PwC-Partner Andreas Traum. „Im Durchschnitt sind die Startups nur etwas mehr als vier Jahre alt“. Die Gründungswelle der deutschen Krypto-Startups begann dabei 2013/2014 und erreichte 2018 mit 43 Gründungen ihren Höhepunkt. Seitdem ist die Zahl der Gründungen rückläufig: Gab es 2019/2020 noch 23 respektive 21 Gründungen, waren es 2022 lediglich 10. „Nimmt man den Rekord von 12 Marktaustritten und einer Übernahme zusammen, so ist das deutsche Krypto-Universum tatsächlich erstmals kleiner geworden“, so Traum. Er betont aber auch, dass die Zahl aller Startups noch steigen könnte – durch Projekte im Stealth Mode. Mit 56% aller Startups ist der Bereich „Services“ in Deutschland am größten. Services umfasst in diesem Fall nicht nur Consulting oder ICO, STO und Mining Provider, sondern etwa auch Analytics, NFT-Generatoren oder Tax Solutions. Hinter Services liegen die Kategorien Infrastructure (43 Startups) und Markets (31 Startups). 

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Keinerlei Veränderung gibt es übrigens bei der Dominanz von Berlin als primärer Krypto-Hub in der Bundesrepublik. Mehr als jedes zweite aktive Startup ist in der Hauptstadt ansässig (56 Stück), danach folgen weit abgeschlagen die Standorte Frankfurt (16 aktive Startups) und Hamburg (9 aktive Startups).  

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VC-Funding trotz Marktlage auf neuem Höhepunkt 

Besonders interessant sind die Aktivitäten der VC-Fonds in einem solchen Marktumfeld. Hier dominiert Berlin noch etwas stärker, mit insgesamt 163 von 232 Millionen Euro Funding-Volumen (70%). Hier liegt München mit 14 Millionen Euro auf Platz zwei – alle anderen Standorte liegen unter 10 Millionen Euro Funding-Volumen. Betrachtet man nur die Anzahl der Funding-Runden, liegt Berlins Anteil bei 52% (37 von 71 Funding-Runden).

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Trotz der angespannten Marktlage zeigt sich ein grundlegender und langfristiger Optimismus bei den VC-Fonds – Krypto ist gekommen um zu bleiben, anders kann der Funding-Rekord von 66 Millionen Euro im Jahr 2022 nicht erklärt werden. Übrigens: Das Funding-Volumen war bis auf das Jahr 2020 nie rückläufig! Anders als 2021 sind die 66 Millionen Euro aber nicht auf 14, sondern nur 7 Funding-Runden aufgeteilt. Das bedeutet, dass sich die VC-Fonds auf einige wenige Krypto-Startups fokussieren, die sie mit mehr Kapital ausstatten.

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Trotz dieser positiven Nachrichten hat Krypto-Funding in Deutschland aber noch erhebliches Potenzial, denn Krypto macht lediglich etwa 12% des deutschen Fintech-Sektors aus, erzielt aber weniger als 2% des VC-Volumens im Vergleich. 

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Weitere positive Nachrichten kommen aus dem Bereich der Kooperationen: Auch wenn die Anzahl der Krypto-Kooperationen in 2022 rückläufig waren, sind diese auch weiterhin auf einem hohen Niveau. Dazu kommt, dass vermehrt Banken die Zusammenarbeit mit Krypto-Startups suchen. Die fortschreitende Regulierung in der EU – Stichwort MicA – dürfte hier seine Wirkung zeigen. Darüber hinaus dürften in Zukunft auch die 6 Kooperationen mit Sportvereinen interessant sein. 

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Ansprechpartner

Andreas Traum, Partner
Kontaktdaten Telefon: +49 160 94873173 E-Mail: andreas.traum@pwc.com
andreas-traumQuelle: PwC
Konstantin Dagianis, Partner
Kontaktdaten Telefon: +49 171 9770067 E-Mail: konstantinos.dagianis@pwc.com
konstantinos-dagianisQuelle: PwC
Sven Hauke, Partner
Kontaktdaten: Telefon: +49 175 2981471 E-Mail: sven.hauke@pwc.com
sven-haukeQuelle: PwC

Methodik der Studie und Definitionen: 

Als Datenbasis der Analyse dient die Barkow Consulting FinTech Money Map, Deutschlands führende und meistgenutzte Datenbank für FinTech-Startups, FinTech-Venture Capital und FinTech-Kooperationen. Die Daten werden durch kontinuierliche Analyse und Auswertung relevanter Nachrichtenquellen und öffentlicher Datenbanken gewonnen.

Krypto-Technologie: Produkte und Dienstleistungen anbieten, die auf Bitcoin, Blockchain oder verteilten Datenbanken (Distributed Ledger Technology) basieren.

FinTech: Nutzung moderner Technologien zur Entwicklung, Bereitstellung und dem Vertrieb von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten im Wesentlichen (aber nicht ausschließlich) durch junge Unternehmen (Startups).

Startup: Unternehmen mit einem Unternehmensalter von etwa 10 Jahren, einem innovativen Geschäftsmodell oder Produkt und hohen Wachstumsambitionen in Bezug auf Mitarbeiter oder Umsatz. In Anlehnung an: Deutscher Startup Verband.

Venture Capital: Zeitlich begrenzte Kapitalbeteiligungen an jungen, innovativen, nicht börsennotierten Unternehmen, auch Risikokapital oder Wagniskapital genannt. Die vorliegende Analyse fokussiert auf Eigenkapitalfinanzierungen.

Kooperation: “Zusammenarbeit unterschiedlicher Intensität und Dauer zwischen rechtlich selbstständigen Unternehmen in Arbeitsteilung zur Erreichung eines gemeinsamen Zieles.“ In Anlehnung an: Gabler Wirtschaftslexikon, Wikipedia